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Seit rund zwei Jahren unterstützt moni-zaehlt.de die Zeitnehmer beim Erfassen der Runden und bei der Auswertung.
Im September wurde dann in Spaichingen das erste 2h- Clubenduro mit automatischer Zeitnahme durchgeführt. Obwohl die Ergebnisse kurz nach dem Rennen zur Verfügung standen, konnte man mit der „automatischen“ Zeitnahme bei weitem nicht zufrieden sein, die Erfassung bedurfte ständiger Aufsicht und nachträglicher Eingriffe.
Aus Fehlern lernt man, also zwei Wochen später in Betzweiler mit deutlich stärkerer Hardware und mit verbessertem Programmstand an den Start. Mit dem Rennablauf waren wir sehr zufrieden, es klappte alles hervorragend. Während sich draußen die Fahrer durch die vom Regen durchtränkte Strecke kämpften, genossen wir im Warmen Kaffee und Kuchen und natürlich am meisten den Piep-Ton, der jede erfolgreich gezählte Runde quittiert. Nur etwas war nicht ok: Ich sei im Moment der Einzige, der das Programm mit der Option „automatische Zeitnahme“ bedienen könne – und die Vorbereitung der Chips und deren Eingabe ins Programm waren enorm aufwändig und umständlich zu handhaben. Also anschließend wieder hinsetzen, nachdenken, sich besprechen und dann weiter verbessern.
Eine Woche nach Betzweiler meldet sich Hardy, wir könnten am Nikolaus- Enduro X die Zeitnahme machen. Wow, das war eine Nachricht! Selber nehmen wir beide auch mit viel Spass am X- Cup teil und das Programm hier beim nikolaus-enduroX einzusetzen, das wäre schon eine tolle Bestätigung für die geleistete Arbeit. Von der Anzahl der Teilnehmer und der Anzahl Klassen ist das für Moni kein Problem, ausgelegt ist das Programm für noch größere Starterfelder.
Also auf geht’s, erst müssen die Erfahrungen aus Betzweiler sorgfältig umgesetzt und dann die Testserien abgefahren werden:
- Simulation von zufälligen, regelmäßig verteilten Durchfahrten aller Teilnehmer,
Testdauer > 4h
- Simulation von Durchfahrten im Pulk, Testdauer > 4h
- „Echte“ Durchfahrten mittels „Test-Karussel“ und echter Chips
Simuliert wurden auf diese Weise Rennen und Auswertungen mit jeweils ca. 8000 Zählungen, tatsächlich benötigt werden gerade mal 800. Und die Bedienung des Programmes ist nun endlich auch wieder allgemeinverständlich und nicht nur von einigen wenigen zu bewerkstelligen.
Anschließend der Aufbau des kompletten Systems und Tests. Hardy testet mit seinem Sohn Oli. Plötzlich reagiert das Programm nicht mehr, es lässt sich zwar bedienen, aber es reagiert nicht mehr auf die Chips. Ursache unbekannt. Am nächsten Morgen erneuter Test mit der ganzen Belegschaft von COBRA- Computer, jede(r) erhält eine Handvoll Chips und dann wird reihum „gezählt“. Diesmal Hardy in der Beobachterrolle: Auf einmal dasselbe Verhalten wie am Vortag. Doch diesmal ist die Ursache klar: Einer der Helfer hat, nachdem er sein Bündel Chips vorgehalten hatte, pflichtbewußt im Programm auf „Finsh“ gedrückt. Damit ist das Rennen und somit die Zählung gestoppt. Unmittelbarer Kontrollanruf bei Oli:“Was genau hast Du gestern gemacht?“ „Alle Chips hingehalten, und als ich damit fertig war habe ich auf „Finsh“ gedrückt.“ Große Erleichterung, mit dem Programm ist alles OK und im Rennen kann sowas nicht vorkommen.
Jetzt gilt es noch die Wetterbedingungen zu berücksichtigen. Schlamm und Regen wurden ja bereits in Betzweiler ausgestanden, doch wie verhält sich das mit zweistelligen Minus-Temperaturen? Laut Datenblatt wird das nicht funktionieren. Das bedeutet, wir brauchen eine Heizung in den Geräten. Genau betrachtet, haben wir ja bereits eine: Die Netzteile der Reader geben Wärme ab. Aber ob die ausreicht?
Spekulieren wird die Frage nicht klären, aber derzeit haben wir nachts um die 15 Grad minus. Also ein Gerät über Nacht ins Freie gelegt und am nächsten Morgen angeschlossen. Funktioniert! Super!
Somit alles in trockenen Tüchern, von den ca. 140 Teilnehmern kommt der größte Teil aus Deutschland, aber es kommen auch Fahrer aus der Schweiz, Frankreich und Luxemburg. Bis auf die Nachmelder sind alle Fahrer bereits angelegt, die Aufgaben vor Ort sind mit Günter Essig koordiniert und das komplette System macht sich am Freitag mit Hardy auf den Weg.
Aufgrund des Schneefalls dauert schon die Anfahrt deutlich länger und es kann erst gegen 19h mit diesem Teil des Aufbaus begonnen werden.
Als ich das System am Renntag morgens um 7h zu sehen bekomme, finde ich eine prima aufgebaute Zählstelle mit zwei Gates und durchdacht aufgebautes Orga- Zelt und Bus vor - ist ja auch kein Wunder, das Team von enduro-X-events verfügt ja über richtig viel Erfahrung und Hardy kennt sich mit den Zählstellen aus. Ein erster Test zeigt, dass die Reader die eisige Nacht gut überstanden haben. Chip vorhalten und die grüne Lampe strahlt durchs Dämmerlicht.
Bei der sich anschließenden Einschreibung zeigt sich, dass
- Hardy alles prima erklärt hat
- das enduro-X-Team auch wirklich alles verstanden hat.
Als dann der Vormittagslauf gestartet wird, sitzen wir nur noch im Bus (mit Standheizung) und prüfen die Programmanzeige. Zu Beginn muss zwei Fahrern noch erklärt werden, daß die Runde erst gezählt wird, wenn die grüne Lampe leuchtet. Das übernimmt ein freundlicher Helfer der Motorradfreunde Neunkirchen und anschließend klappt auch das. Hardy fährt das Rennen selbst mit, ich konzentriere mich für dieses Mal auf die Beobachterrolle.

Dann, zum Ende des Vormittagslaufes, gibt es noch eine besondere Situation. Ein Fahrer, der gerade seinen Chip vorhält, wird IM SELBEN Gate von einem Kontrahenten überholt, also ohne dass dieser den Chip vorhält. Keine Ahnung, ob da der Ehrgeiz mit jemand durchging oder ob es die Freude über das Erreichen des Zieles war oder was auch immer. Auf jeden Fall wird diese Runde von uns per Hand eingetippt, absolviert wurde sie ja. Gleichzeitig machen wir uns aber auch einen Vermerk, dass die Reihenfolge dieser beiden Durchfahrten später vertauscht werden muss. Und so haben wir das dann auch gemacht.
Währenddessen lief die ganze Zeit die Einschreibung des Nachmittagslaufes. Dieser Lauf lief insgesamt genauso entspannt wie der Vormittagslauf ab, mittlerweile wechselten sich Jens und Inga im Bus ab und ich schaute mir mal die Strecke an und machte ein paar Fotos. Am Nachmittag gab’s nur eine Besonderheit: Dominiques Team Partner konnte nicht erscheinen und deswegen möchte er das Rennen als Solo- Fahrer bestreiten. Ob dies seitens der Zeitnahme möglich sei. Klar, nur werde ich wenige Minuten vor dem Start keine Änderung an den Daten vornehmen. Das geschieht dann nachträglich und das Scoreboard wird ihn während des Rennens in der falschen Klasse anzeigen. Und so wurde es dann auch das gemacht und bis zur Siegerehrung war auch das richtig gestellt.
Fazit: In den Gesichtern der Teilnehmer konnte man erkennen, dass die sportliche Herausforderung mit viel Spaß und Freude angenommen wurde, auch wenn man bei der Siegerehrung gelegentlich noch Spuren der Anstrengung sehen konnte.
In der Zeitschrift Motocross-Enduro (MCE 01/11) gibt es einen Artikel von Dominique Essig und Julia Übelhör, welcher das Rennen sehr lebendig schildert. In diesem Zusammenhang wollen auch wir uns für die prima Zusammenarbeit bedanken, in einem neuen Team ist das immer eine Erleichterung!
Wir freuen uns schon auf die X-Cup Serie 2011 !
Ergebnisliste Nachmittagslauf (als Beispiel):

Links:
http://enduroxcup.wordpress.com/nikolausenduro-2010/
http://www.enduro-x-cup.de/main/main_x_training.htm
Hier einige Fotos:
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